Was der Bundesschatz ist und wer ihn ausgibt
Hinter dem Bundesschatz steht die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur. Sie gibt ihn aus und wickelt die Veranlagung für Österreich ab. Viola Kapitanova-Stix beschreibt die OeBFA als Schuldenverwaltungsagentur der Republik: Sie nimmt am Kapitalmarkt Geld auf, damit Österreich jederzeit zahlungsfähig bleibt.
Dafür nutzt die OeBFA Bundesanleihen mit langer Laufzeit, kurzfristige Geldmarktpapiere bis zu einem Jahr und den Bundesschatz. Diesen kauft man direkt bei ihr und braucht dafür kein Bankdepot. Für ein eigenes Privatkonto nennt Kapitanova-Stix zwei Voraussetzungen: Volljährigkeit und einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der EU.
Klassisch oder grün: Wohin das Geld fließt
Carina Felzmann hat zwei „Schatzkisten“ entdeckt und möchte wissen, wohin das Geld jeweils fließt. Beim klassischen Bundesschatz kommt es laut Kapitanova-Stix zusammen mit den übrigen Finanzierungen des Bundes in einen gemeinsamen Topf. Daraus bezahlt der Bund etwa Infrastruktur, Gesundheit, Wissenschaft und Forschung. Wohin ein einzelner Euro geht, lässt sich dabei nicht sagen.
Beim grünen Bundesschatz entspricht jeder neu angelegte Euro einem Euro, den der Bund für Projekte mit nachweislichem Umweltnutzen ausgibt. Als Beispiel nennt Kapitanova-Stix die Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt. Nach ihren Worten verkürzt sie die Reisezeit von drei Stunden auf 45 Minuten. Auch Förderungen für erneuerbare Energie und die Renaturierung von Flüssen werden so finanziert.
Laufzeit wählen und vorzeitig auszahlen lassen
Carina Felzmann fragt, ob der einmal festgelegte Zinssatz über die gesamte Laufzeit erhalten bleibt. Kapitanova-Stix bestätigt:
„Der Zinssatz bleibt gleich bis zum Ende und ist fix für die gewählte Laufzeit.“
Viola Kapitanova-Stix
Im Gespräch nennt sie drei klassische Laufzeiten: einen Monat, zwölf Monate und zehn Jahre. Beim grünen Bundesschatz sind es sechs Monate und vier Jahre. Bei der Laufzeitwahl orientiert sich Kapitanova-Stix daran, wann das Geld wieder gebraucht wird: für eine baldige Anschaffung oder erst in mehreren Jahren. Carina Felzmann erzählt dazu von einer Unternehmerin, die Geld für größere Zahlungen an Finanzamt und Sozialversicherung zwischenparkt.
Braucht man das Geld früher, kann man eine vorzeitige Auszahlung beantragen, erhält dann aber weniger Zinsen. Wie viel abgezogen wird, hängt auch von der gewählten Laufzeit ab. Laut den aktuellen Auszahlungsbedingungen des Anbieters zählt bei einem, sechs und zwölf Monaten die noch offene Laufzeit. Für vier und zehn Jahre gelten eigene Tabellen.
Wer bis zum regulären Laufzeitende wartet, kann sich das Kapital samt Zinsen nach Steuerabzug auszahlen lassen oder es zum dann geltenden Zinssatz neu anlegen.
Was ihn vom Sparbuch unterscheidet
Feste Laufzeit und fester Zinssatz: Darin ähnelt der Bundesschatz laut Kapitanova-Stix einem Festgeldkonto. Rechtlich ist er ein Wertpapier, während das Sparbuch eine Bankeinlage ist. Für das Sparbuch nennt sie die Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Beim Bundesschatz ist die Republik Österreich selbst die Schuldnerin; die Einlagensicherung für Bankeinlagen greift hier nicht.
Für Kontoführung und Verwaltung fallen keine Gebühren an. Für Anlegerinnen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Österreich nennt der Anbieter 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer auf die Zinsen. Im Gespräch stellt Kapitanova-Stix dem die 25 Prozent beim Sparbuch gegenüber. Die Steuer wird am Ende der Laufzeit automatisch abgeführt.
Für die Enkel sparen: Mündelkonto oder eigenes Unterkonto
Carina Felzmann fragt als Nonna: Kann ich für meine Enkel ansparen, damit sie mit 20 zu dem Geld kommen? Kapitanova-Stix beschreibt zwei Wege. Bei einem Mündelkonto gehört das Geld dem Kind. Sobald es volljährig ist, kann es selbst darüber verfügen. Für die Eröffnung braucht es laut den aktuellen Anbieterinformationen den gesetzlichen Vertreter des Kindes. Die Großeltern können das eingezahlte Geld nicht mehr für sich verwenden.
Möchten sie selbst weiter über das Geld verfügen, beschreibt Kapitanova-Stix den zweiten Weg: Unter dem eigenen Privatkonto lässt sich ein weiteres Konto anlegen. Dort können sie das Geld für die Enkel zur Seite legen.
Das eigene Privatkonto lässt sich laut Kapitanova-Stix mit der ID Austria in etwa 60 Sekunden eröffnen. Dafür ist laut Anbieter die Vollfunktion nötig. Hinzu kommen Telefonnummer, E-Mail-Adresse und ein Girokonto als Referenzkonto. Danach wählt man die Laufzeit und überweist das Geld. Mit dem Geldeingang beim Anbieter beginnt die Laufzeit; der an diesem Tag geltende Zinssatz bleibt für diese Veranlagung fest.
Wie eine Juristin zu den Finanzen kam
Zu den Finanzen kam Viola Kapitanova-Stix eher zufällig. Nach dem Jusstudium in Wien war in ihrer ersten Großkanzlei eine Stelle im Banking-&-Finance-Team frei. Sie spezialisierte sich auf diesen Bereich und arbeitete später auch in einer Kanzlei in New York. Zum Zeitpunkt des Gesprächs war sie seit 16 Jahren bei der OeBFA. Das Interesse für Geld möchte sie an die nächste Generation weitergeben:
„Finanzbildung ist für mich die Grundlage für finanzielle Selbstbestimmung.“
Viola Kapitanova-Stix
Stand der Angaben: Die Folge wurde am 23. Oktober 2026 veröffentlicht; aufgenommen wurde sie am 23. September 2026. Redaktionelle Ergänzungen zu den Produktbedingungen wurden am 23. Oktober 2026 geprüft. Aktuelle Zinssätze und Bedingungen stehen auf bundesschatz.at. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung.




